Genderdysphorie Frau-zu-Mann
Einzelschritte der Operation
Interdisziplinäre Durchführung
Die operativen Eingriffe werden im TransgenderZentrum der Dr. Lubos Kliniken interdisziplinär durchgeführt. Beteiligt sind spezialisierte Fachärztinnen und Fachärzte aus den Bereichen:
- plastisch-rekonstruktive und mikrochirurgische Chirurgie
- Urologie
- Gynäkologie
Die Planung, Durchführung und Nachsorge erfolgen abgestimmt und nach klar definierten medizinischen Standards.
Operative Schritte
Maskulinisierende Brustoperation (Mastektomie)
Bei der maskulinisierenden Brustoperation (Mastektomie) werden die Brustdrüsen entfernt, um einen männlich konturierten Brustkorb (Thorax) zu formen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Narbenführung, der Position der Brustwarzen sowie der Betonung des darunterliegenden Brustmuskels. Je nach individueller Ausgangssituation kommen unterschiedliche etablierte Techniken zum Einsatz, unter anderem:
- periareoläre Verfahren (Schnittführung kreisförmig um die Brustwarze, geeignet bei kleiner bis mittelgroßer Brust und guter Hautelastizität)
- semilunäre Schnittführungen (Halbmondschnitt; bogenförmiger Schnitt oberhalb oder unterhalb der Brustwarze zur Entfernung von Drüsengewebe)
- inferior-gestielte Technik (Brustwarze bleibt über einen Gewebestiel durchblutet und wird neu positioniert)
- freie Brustwarzentransplantation (vollständige Verpflanzung der Brustwarze bei größerem Brustvolumen)
Total laparoskopische Hysterektomie und Adnektomie
Bei der total laparoskopischen Hysterektomie wird die Gebärmutter minimalinvasiv mittels Schlüssellochtechnik über den Bauchraum entfernt. Die Adnektomie bezeichnet die gleichzeitige Entfernung der Eierstöcke und Eileiter.
Die Organentnahme erfolgt vaginal.
Kolpektomie
Die Kolpektomie ist die Entfernung der vaginalen Schleimhaut mit anschließendem Verschluss der Vagina. Dieser Eingriff kann – abhängig von der individuellen Zielsetzung – Bestandteil der weiteren operativen Geschlechtsangleichung sein.
Klitorispenoid (Metoidioplastik)
Bei der Metoidioplastik (auch Klitorispenoid genannt) wird die hormonell vergrößerte Klitoris mobilisiert und gestreckt. In der Regel erfolgt gleichzeitig eine Harnröhrenverlängerung, sodass das Wasserlassen im Stehen möglich wird. Ein späterer Penoidaufbau ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich.
Penoidaufbau (Phalloplastik)
Der Penoidaufbau (Phalloplastik) ist ein komplexer rekonstruktiver Eingriff zur Bildung eines Penis. Je nach individueller Konstitution und Zielsetzung stehen verschiedene Techniken zur Verfügung:
Unterarmlappen-Technik (freier Radialislappen)
(Entnahme von Haut, Fett und Gefäßen vom Unterarm)
- gleichzeitige Bildung der Penoidharnröhre (Tube-in-Tube-Technik)
- mikrochirurgische Verbindung von Nerven, Gefäßen und Harnröhre
- Deckung der Entnahmestelle mit Vollhauttransplantat
Oberschenkellappen-Technik (ALT-Lappen, anterolateral thigh flap)
(Gewebeentnahme vom vorderen seitlichen Oberschenkel)
- Harnröhrenbildung entweder gleichzeitig oder in späteren Schritten
- Deckung der Entnahmestelle mit Hauttransplantat
Die Klitoris wird entweder integriert oder anatomisch korrekt am Penoidansatz positioniert.
Glansplastik (Sulcus-coronarius-Plastik)
Die Glansplastik dient der ästhetischen Nachbildung der Eichel. Durch spezielle Schnitt- und Nahttechniken entsteht der Sulcus coronarius (Eichelkranz). Ggf. werden Hauttransplantate verwendet.
Harnröhrenanschluss
Der Harnröhrenanschluss bezeichnet den endgültigen Anschluss der neu gebildeten Penoidharnröhre an die körpereigene Harnröhre. Dieser erfolgt in einem separaten operativen Schritt.
Skrotumkonstruktion (Neoskrotum)
Bei der Skrotumkonstruktion wird aus dem Hautmaterial der ehemaligen Schamlippen ein Hodensack (Neoskrotum) geformt. Dieser Eingriff kann einzeln oder kombiniert durchgeführt werden.
Implantation von Hodenimplantaten
Zur weiteren anatomischen Angleichung können Hodenimplantate (Hodenprothesen) in das aufgebaute Skrotum eingesetzt werden. Die Implantation erfolgt:
- nach abgeschlossener Wundheilung
- in einem separaten operativen Schritt
Je nach Wunsch und medizinischer Situation können eine oder zwei Hodenimplantate eingesetzt werden, um eine natürliche Form und Symmetrie des Skrotums zu erreichen.
Korrektur- und Revisionseingriffe
Zusätzliche Korrekturen (z. B. bei Narben, Fisteln oder Harnröhrenveränderungen) können bei Bedarf in separaten oder kombinierten Eingriffen vorgenommen werden.
Implantation einer Erektionsprothese
Zur Ermöglichung eines penetrierenden Geschlechtsverkehrs kann eine Erektionsprothese implantiert werden.
Zur Verfügung stehen:
- hydraulische Erektionsprothesen (mit Pumpe im Skrotum)
- semiflexible Erektionsprothesen (ohne Pumpe)
Nach dem Eingriff ist eine Einheilphase von etwa 6–8 Wochen erforderlich.
Individuelle Planung und Beratung
Alle operativen Schritte werden individuell geplant und ausführlich mit Ihnen besprochen. Ziel ist eine medizinisch sichere, funktionell stabile und ästhetisch überzeugende Lösung.
Kontakt
Gerne beraten wir Sie persönlich. Sie können uns telefonisch oder per E-Mail kontaktieren oder direkt einen Termin in unserer Spezialsprechstunde vereinbaren.