Urologie
Hauptabteilung für Urologie

Gut- und bösartige urologische Tumor­erkrankungen

In der Behandlung von gut- und bösartigen uro­genitalen Tumoren (Prostata, Hoden, Penis; Harnröhre, Blase, Harn­leiter; Niere und Nieren­becken) bieten wir konservative und operative Therapie auf höchstem Niveau und mit langjähriger Erfahrung, insbesondere uro-onkologische Eingriffe mit Blasen­ersatz und Rekonstruktionen des Harn­traktes.

Gutartige Prostatavergrößerung

Die Prostata gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und ist für die Fortpflanzungsfähigkeit notwendig. Sie produziert ein Sekret, das den Spermien als Transport und Aktivierungsmittel dient. Sie liegt unterhalb der Harnblase im männlichen Becken, knapp oberhalb des Harnröhren-Schließmuskel. Die Harnröhre tritt durch die Prostata hindurch. Zusammen mit den Hoden und den Samenblasen ist sie an der Bildung der Samenflüssigkeit (Ejakulat) beteiligt.

Die Ausbildung der Prostatavergrößerung geht häufig mit einer Verengung der Harnröhre einher. Dies macht sich durch zunehmende Beschwerden beim Wasserlassen bemerkbar. Neben einem abgeschwächten Harnstrahl, Anwarten vor dem Wasserlassen, langem Nachträufeln nach dem Wasserlassen kann es zu störenden Harndrang-Beschwerden und häufigem nächtlichen Wasserlassen  kommen.

Etwa die Hälfte aller Männer über 60 Jahren ist hiervon betroffen; die Lebensqualität wird häufig stark beeinträchtigt – z.B. ist ein Verzicht auf Reisen erforderlich oder auch nur eine Unterbre­chungen von Freizeitaktivitäten, ein häufiges Aufsuchen von Toiletten und insbesondere starker plötzlicher Harndrang und eine nächtliche Blasenschwäche.

In der Vergangenheit ist eine BPH mit einem invasiven schnitt-operativen Eingriff behandelt worden. Heute haben Männer mit einer BPH die Möglichkeiten, sich einer medikamentösen oder minimal-invasiven Behandlung, zu unterziehen.

Medikamentöse Therapie
Zu Beginn, bei geringen Symptomen und dem Fehlen von Komplikationen wie z.B. wiederholter Harnverhaltung, ist eine konservative medikamentöse Therapie gerechtfertigt. Es existieren verschiedene medikamentöse Ansätze um das Wasserlassen zu verbessern. Die Therapieform orientiert sich an den Beschwerden des Patienten und erfordert regelmäßige Kontrollen, um Nebenwirkungen sowie einen Wirkverlust rechtzeitig zu erkennen.

TUR-Prostata
Die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) stellt ein minimal-invasives Verfahren dar, das beim Auftreten von Komplikationen oder Wirkverlust der medikamentösen Therapie indiziert ist. Das überschüssige Gewebe wird durch eine elektrische Schlinge gewissermaßen abgehobelt. Es ist ein potentiell kuratives Verfahren, das einen ca. fünftägigen Krankenhausaufenthalt erfordert. Nach Entfernung des überschüssigen Gewebes kann der Urin wieder ungehindert aus der Blase in die Harnröhre abfließen.

TVA
Besonders bei sehr stark vergrößerter Prostata ist die altbewährte transvesikale Adenomenukleation (TVA) immer noch das Therapieverfahren der Wahl. In einer offenen Operation wird das vermehrte Prostatagewebe komplett entfernt. Ebenso wie die minimal-invasiven Therapien ist es kurativ und erfordert einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt.

Enukleation der Prostata mittels Laser oder Hochfrequenzstrom (HOLEP, BipoLEP)
Die Urologie der Dr.-Lubos-Kliniken bietet Patienten zwei unterschiedliche Formen der Prostata-Enukleation an: die Holmium Laser Enukleation der Prostata (HoLEP) sowie die Enukleation mittels bipolarer Strom-Enukleationssonde. Bei der Enukleation handelt sich um eine vollständige Entfernung des innerhalb der Prostata gelegenen Drüsengewebes. Dabei erfolgt die Präparation entlang der natürlichen Trennschicht zwischen dem Drüsengewebe und der am Ende verbleibenden Kapsel der Prostata. Der Eingriff findet vollständig durch die Harnröhre, quasi in „Schlüsselloch-Technik“, statt. Den Patienten wird dadurch der Unterbauch-Schnitt mit Drainage und Hautnaht erspart. Hierdurch resultiert eine wesentlich schnellere Erholung als bei der offenen Operation.

Nierentumor

Das Nierenzellkarzinom stellt mit ca. 90% den häufigsten bösartigen Tumor der Niere.

Das Nierenzellkarzinom ist die fünfthäufigste Krebserkrankung des Erwachsenen und tritt meist im höheren Lebensalter von etwa 60-70 Jahren auf. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Als Risikofaktoren gelten derzeit Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck sowie chronische Niereninsuffizenz mit Dialysepflicht. Patienten, die an einer tuberösen Sklerose oder einem von-Hippel-Lindau-Syndrom leiden sind außerdem überdurchschnittlich häufig betroffen.

In den allermeisten Fällen verursacht der Tumor keine Symptome und fällt nur zufällig bei anderen Untersuchungen, zum Beispiel einer Ultraschalluntersuchung, auf. Fortgeschrittene Tumoren könne sich durch Blut im Urin oder Flankenschmerzen äußern.

Wurde mittels Ultraschall der Verdacht auf einen Tumor an der Niere gestellt, ist der nächste Schritt die Durchführung einer Computertomographie oder einer Magnetresonanztomographie des Bauchraums sowie der Lunge.

Bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor der Niere ohne Metastasen besteht die Therapie in der operativen Entfernung des Befundes. Kleine Tumoren werden dabei mit einer Nierenteilresektion behandelt. Bei größeren oder in die Umgebung einwachsenden Tumoren erfolgt eine Entfernung der Tumortragenend Niere (radikale Tumornephrektomie). Die Operation kann abhängig vom Befund offen mittels Flankenschnitt oder minimal-invasiv (laparoskopisch) erfolgen. In einigen Fällen kann auch eine aktive Überwachung (active surveillance) ohne Operation angezeigt sein.

Harnblasentumor

Das Harnblasenkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der meist von den Schleimhautzellen (Urothelzellen) der Blase ausgeht. Urothelkarzinome könne auch von der Schleimhaut im Harnleiter oder im Nierenbecken ausgehen (Urothelkarzinom des oberen Harntrakts).

Der Blasentumor ist relativ häufig: Pro Jahr gibt es in Deutschland ca. 15.000 Neuerkrankungen, Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen.

Der Blasentumor ist relativ häufig: Pro Jahr gibt es in Deutschland ca. 15.000 Neuerkrankungen, Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen.

Ein sehr häufiges und meist auch das erste Symptom eines Blasentumors ist das – schmerzlose – Vorhandensein von Blut im Urin (Makrohämaturie). Daher sollte dies immer abgeklärt werden! Das Urothelkarzinom kann sich auch durch bestimmte Beschwerden beim Wasserlassen äußern (Dysurie), die sich nicht durch eine Infektion oder andere Erkrankungen erklären lassen.

Eine Ultraschalluntersuchung der gefüllten Blase kann größere Tumore bereits nachweisen. Zeigt sich hier ein normaler Befund wird zur weiteren Abklärung eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) durchgeführt. Dabei wird ein dünnes Instrument (Zystoskop) mit integrierter Kamera durch die Harnröhre in die Blase eingeführt, um die Blasenschleimhaut zu beurteilen.

Die Therapie besteht zunächst in der endoskopischen Entfernung des Tumors. Ähnlich wie bei der Blasenspiegelung, allerdings in Narkose, wird hierfür ein Instrument über die Harnröhre eingeführt und der Befund komplett reseziert (transurethrale Resektion der Blase, TUR-Blase). Das so „abgehobelte“ Tumorgewebe wird zur Aufarbeitung an den Pathologen geschickt. Abhängig vom Tumorbefund besteht die weitere Therapie in regelmäßigen Kontrollen (Nachsorge), Blasenspülungen mittels Chemo- oder Immuntherapie (Instillationstherapie) oder gar der kompletten Entfernung der Harnblase (Zystektomie) mit Anlage einer Harnableitung.

Hodentumor

Ca. 90% aller Hodentumore sind bösartige Keimzelltumoren. Hodenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit sehr guten Chancen auf eine Heilung. Selbst im fortgeschrittenen Stadium bestehen bei der Therapie immer noch gute Erfolgsaussichten.

Der Hodentumor ist eine Erkrankung des jungen Mannes: In der Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen stellt er die häufigste bösartige solide Tumorerkrankung. Insgesamt ist er aber mit ca. 4000 Neuerkrankungen pro Jahr ein seltener Tumor.

Risikofaktoren für die Entwicklung eines Hodentumors sind erstgradige Verwandte (Bruder) mit einem Hodentumor, ein Hodentumor der Gegenseite, sowie ein Hodenhochstand im Kindesalter.

Typisch für den Hodentumor ist eine schmerzlose Vergrößerung des Hodens, die mit einem Schweregefühl einhergeht und vom Patienten selbst ertastet wird. Der Selbstuntersuchung kommt hier eine immense Bedeutung zu, da sie zu einer frühzeitigen Diagnose und Therapie führen kann.

Nach der körperlichen Untersuchung wird eine Ultraschalluntersuchung beider Hoden durchgeführt. Außerdem werden die sogenannten Tumormarker (AFP, ß-hCG und LDH) im Blut bestimmt. Erhärtet sich der Verdacht auf einen Tumor des Hodens kann auch schon vor der geplanten Therapie, spätestens aber nach der Bestätigung eines bösartigen Tumors durch den Pathologen, eine Umfelddiagnostik mittels Computertomographie des Bauchraums und der Lunge (CT-Abdomen und Thorax) durchgeführt werden.

Die Therapie besteht in der operativen Entfernung des tumortragenden Hodens. Ist vor der Operation unklar, ob es sich um einen bös- oder gutartigen Tumor handelt, kann nur dieser entfernt und der sogenannten Schnellschnittuntersuchung zugeführt. Bei einem gutartigem Befund kann der Hoden belassen werden, bei bösartigem Befund muss dieser entfernt werden. Der entfernte Hoden wird durch den Pathologen feingeweblich untersucht. Ob eine weitere Therapie mittels Bestrahlung oder Chemotherapie erfolgen sollte hängt schließlich von der genauen Einteilung des Hodentumors ab.

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