Urologie
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Nieren- und Harnleitersteine

Die Urolithiasis (Harnsteine) ist eine sehr häufige Erkrankung. Dabei bilden sich im Urin Kristalle, die mehrere cm groß werden können. Die am häufigsten vorliegende Steinart in Deutschland sind Kalzium-Steine (bis zu 80% aller Fälle), wobei zwischen Kalzium-oxalatsteinen und Kalzium-phosphatsteinen unterschieden wird. Andere Steinarten wie Harnsäuresteine-, Struvit- und Zystinsteine hingegen kommen seltener vor. Die verschiedenen Arten von Harnsteinen unterscheiden sich hinsichtlich Farbe, Härte, Bruchfestigkeit und röntgenologischen Eigenschaften, woraus sich letztlich auch unterschiedliche therapeutische Behandlungsstrategien ergeben.

Steinerkrankungen der Nieren, Harnleiter und Blase sind ein häufiges Krankheitsbild in der Urologie. So ist etwa jeder 10. Bundesbürger im Laufe seines Lebens von einem Harnsteinleiden betroffen. Der Altersgipfel liegt hierbei zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr mit einer Rezidivrate von ca. 60%, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen (Verhältnis 4:1)

Die Entstehung von Steinen ist von zahlreichen Faktoren abhängig und in ihrer Gesamtheit noch nicht vollständig geklärt. Insgesamt liegt der Urolithiasis (Harnsteinleiden) bei weniger als 10% der Fälle ein klar definiertes Problem zugrunde. Ursächlich können Flüssigkeitsmangel einerseits sowie z.B. Infektions- und Nebenschilddrüsenerkrankungen andererseits sein. Auch Ernährungsgewohnheiten spielen bei der Steinentstehung eine wichtige Rolle, insbesondere die vermehrte Zufuhr von Purinen (Geflügel, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte), die zu einer Erhöhung des Harnsäurespiegels führen kann.
Letztlich wird die wichtigste Theorie zur Steinentstehung im Überschreiten des Löslichkeitsproduktes einer bestimmten Substanz gesehen. Wenn also ein Zuviel eines lithogenen (steinbildenden) Stoffes im Urin vorliegt, kommt es zum Ausfallen dieser üblicherweise im Urin gelösten Salze, was schließlich in der Ausbildung von Steinen münden kann.

Die klinischen Symptome äußern sich oftmals unterschiedlich, abhängig von der Steinlokalisation. Nicht jeder Stein im Harntrakt muss zwingend auch Beschwerden verursachen. Treten jedoch Schmerzen auf, so sind diese bei Steinen im Nierenbecken typischerweise kolikartig oder konstant im Bereich der Flanke. Bei Harnleitersteinen strahlen die Schmerzen auch in den Unterbauchbereich aus. Blasensteine können zudem zu Schmerzausstrahlung in den Hodensack oder in die großen Schamlippen führen. Patienten berichten zudem über Pollakisurie (gehäuftes Wasserlassen) durch Irritationen in der Blase durch den Stein. Weitere Symptome, die auf das Vorliegen eines Harnsteines hindeuten können, sind Blutbeimengungen im Urin und Harnwegsinfekte.

Nierenkoliken bedürfen einer umgehenden ärztlichen Abklärung. Ein behinderter Harnabfluss verursacht Harnstau, weshalb die Gefahr einer infizierten Harnstauungsniere mit Folge einer Urosepsis (Eindringen von Krankheitserregern in die Blutbahn und Generalisierung der Infektion) besteht. Eine dauerhafte Harnabflussstörung kann zudem im Funktionsverlust der Niere (Niereninsuffizienz) führen.

Die Harnsteindiagnostik umfasst primär eine körperliche Untersuchung mit Urinuntersuchung und Sonographie von Nieren und Harnblase. Zusätzlich können weitere Verfahren wie Durchführung eines Urogramms, Computertomographie des Bauchraums, oder die retrograde Pyelographie zur Anwendung kommen.

Mittels Sonographie können Steine in der Niere und im oberen Anteil des Harnleiters sowie Blasensteine dargestellt werden. Zum anderen kann man eine Harnabflussbehinderung der Nieren z.B. durch einen Harnleiterstein erkennen. Als weiteres bildgebendes Verfahren steht die kontrastmittelgestützte Darstellung der Harnleiter und Nieren über eine Blasenspiegelung zu Verfügung (retrograde Pyelographie). Dabei kann die Diagnostik mit einer möglichen Therapie (z.B. Einlage einer Harnleiterschiene) verbunden werden. Allerdings ist hierzu eine Narkose erforderlich.

Je nach Beschwerdebild des Patienten, Größe des Konkrements sowie dessen Lage sollten unterschiedliche Therapieformen angewendet werden. Da ein Großteil aller Nieren- und Harnleitersteine spontan abgangsfähig ist, kann oftmals zunächst eine konservative Therapie mit schmerzlindernden, abschwellend wirkenden und muskelentspannenden Medikamenten bereits zielführend sein. Zudem ist auf ausreichende Bewegung mit entsprechender Flüssigkeitszufuhr zu achten. Bei Vorliegen von Harnsäure- oder Zystinsteinen werden zusätzliche Medikamente angewendet, die durch eine Anhebung des Urin pH-Wertes zu einer chemischen Auflösung des Konkrementes führen.

In vielen Fällen ist meist der erste Schritt der Behandlung die Akuttherapie mittels Einlage einer Harnleiterschiene. Dies vermeidet zum einen weiteren Schaden an der Niere, zum anderen werden so weitere Koliken verhindert. Eine solche Harnleiterschiene (auch Doppel-J, Pigtail oder Splint genannt) wird im Rahmen einer Blasenspiegelung unter Röntgenkontrolle eingelegt. Hierbei wird das Abflusshinderniss, also der Stein, entweder durch die Schiene passiert oder er wird in das Nierenbecken hochgeschoben. Das weitere Vorgehen ist dann von der jeweiligen Steinlage und -größe abhängig. Hierbei kommen folgende Verfahren zum Einsatz: URS oder PNL

Bei der URS (Ureterorenoskopie) handelt es sich um ein minimal-invasives Verfahren. Dabei wird ein dünnes Ureteroskop über die Harnröhre in die Blase geführt, von hier aus dann in den jeweiligen Harnleiter. Vor Ort kann eine Zerkleinerung des Harnleiter- oder Nierensteins mittels Laser erfolgen. Bei dieser Technik macht man sich eine natürliche Körperöffnung zunutze; es erfolgt kein Schnitt.

Sind die Steine im Nierenbecken zu groß, so kommt die PNL (Perkutane Nephrolitholapaxie) zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein weiteres minimal-invasives Verfahren, deren Prinzip die Entfernung durch einen kleinen Schnitt (0,5-1cm) in der Flanke ist. Bei Nierensteinen mit einem Durchmesser von mindestens 1cm oder multiplen Steinen kann dieses Verfahren eingesetzt werden. Die PNL bietet den Vorteil einer schnellen und sicheren kompletten Steinfreiheit.

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